
Glasfaserausbau im Kreis Saarlouis: Warum der Fortschritt langsamer als erwartet ist
Kurz & Klar
Der Glasfaserausbau im Kreis Saarlouis kommt nur langsam vor. Viele Kommunen kämpfen mit Verzögerungen, Qualitätsmängeln und organisatorischen Problemen. Während einige Gemeinden wie Rehlingen-Siersburg Fortschritte machen, stehen andere wie Wallerfangen und Nalbach still, aufgrund von Baustopps wegen Schäden. Eine bessere Koordination und Qualitätssicherung sind erforderlich, um den Ausbau voranzutreiben.

Detailierter Einblick
Glasfaserausbau im Kreis Saarlouis: Warum der Fortschritt langsamer als erwartet ist
Der Glasfaserausbau im Saarland ist ein zentrales Thema, aber er kommt nur langsam voran. Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox sind nur 12% der Haushalte im Saarland an das Glasfasernetz angeschlossen, was im Bundesvergleich den letzten Platz bedeutet. In einigen Kommunen, wie zum Beispiel in Namborn, gibt es wiederholt Bauschäden, die den Ausbau verzögern. Auch in Merzig gibt es Probleme beim Glasfaserausbau, da Baumängel nachgebessert werden müssen.
Der Glasfaserausbau im Kreis Saarlouis zeigt ein gemischtes Bild: Während in einigen Gemeinden wie Rehlingen-Siersburg oder Saarwellingen bereits die ersten Haushalte online gehen, wird in anderen Orten der Fortschritt durch erhebliche Probleme massiv ausgebremst. Besonders in Wallerfangen und Nalbach sorgt der Baustopp aufgrund gravierender Qualitätsmängel für Unzufriedenheit. Abgesackte Bürgersteige, beschädigte Straßen und andere Baumängel zeigen, dass die Deutsche Glasfaser in manchen Regionen die Kontrolle über die Bauqualität verloren hat. Auch in Schmelz und Überherrn gibt es Verzögerungen, sei es durch fehlende überregionale Leitungen oder ineffiziente Arbeitsweise der ausführenden Firmen. Der Fall Schwalbach verdeutlicht zusätzlich die organisatorischen Herausforderungen: Ein Baupartnerwechsel hat den Ausbau hier praktisch zum Stillstand gebracht.
Dillingen kämpft wiederum mit einer verspäteten Nachfragebündelung, was Fragen zur Planungsgenauigkeit aufwirft. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Deutsche Glasfaser zwar ehrgeizige Ziele verfolgt, jedoch bei der Umsetzung auf lokale Gegebenheiten und Qualitätsstandards nicht ausreichend achtet. Dies führt zu Frustration bei den Bürgerinnen und Bürgern, die auf schnelles Internet warten.
Die ungleiche Entwicklung zwischen fortgeschrittenen und problembehafteten Gemeinden lässt Zweifel an der Koordination und Kommunikation der Ausbauprojekte aufkommen. Ein konsequenteres Qualitätsmanagement und eine bessere Zusammenarbeit mit den Kommunen sind dringend erforderlich, um den Glasfaserausbau im Kreis Saarlouis voranzutreiben und verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.
Ein Grund für die Verzögerungen liegt in einer Entscheidung, die das Land und die Kommunen im Jahr 2015 getroffen haben: Statt Glasfaserkabel direkt ins Haus zu verlegen, wurde zunächst nur eine Grundversorgung mit Datenraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde aufgebaut. Dies hat sich vor allem während der Corona-Pandemie als vorteilhaft erwiesen, als 98 Prozent der Haushalte diese Bandbreite erreichen konnten.
Allerdings warten viele Kunden, die bereits Verträge abgeschlossen und Glasfaserkabel bis zum Haus gelegt bekommen haben, immer noch auf die Freischaltung des Highspeed-Internets. Die Ursache dafür ist häufig die schrittweise Freischaltung der einzelnen Ortsteile, was dazu führt, dass Baustellen unterschiedlich voranschreiten. Trotz dieser Herausforderungen gibt es die Hoffnung, dass bis zum Ende des Jahrzehnts flächendeckendes Highspeed-Internet im Saarland verfügbar sein wird.
In den kommenden Monaten sollen weitere Haushalte angeschlossen werden. Aber die bestehenden Herausforderungen, wie unzureichende Bauqualität und fehlende Koordination, müssen adressiert werden, um den Ausbau effizient voranzutreiben und den Bürgern eine stabile und schnelle Internetverbindung zu garantieren.
Sachstand beim Glasfaserausbau im Kreis Saarlouis
| Gemeinde/Stadt | Status | Geplante Hausanschlüsse | Abschlussziel | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Rehlingen-Siersburg | Erste Aktivierungen, Arbeiten laufen weiter | 6.700 | 2025 | Ausbau seit 2021, fortgeschritten. |
| Saarwellingen | Erste Aktivierungen, Arbeiten laufen weiter | 6.100 | 2025 | Ausbau seit 2022, ebenfalls fortgeschritten. |
| Ensdorf | 40 % abgeschlossen, erste Kunden online | 2.900 | 2025 | Arbeiten seit März 2024, schnelle Fortschritte. |
| Bous | 75 % abgeschlossen, erste Aktivierungen bald | 3.200 | 2025 | Arbeiten seit 2023. |
| Lebach | Qualitätsschwerpunkt, erste Aktivierungen im Süden | 8.700 | Unklar | Kleine Abschnitte, stetiger Fortschritt. |
| Schmelz | 35 % abgeschlossen, noch keine Kunden online | 7.000 | Unklar | Abhängigkeit von überregionaler Leitung nach Lebach. |
| Wadgassen | Erste Aktivierungen, Fortschritt unklar | 7.800 | Unklar | Gehwegsanierungen als Zusatznutzen. |
| Überherrn | Verzögerungen, Aktivierungen ab 2025 | 5.300 | 2025 | Überregionale Leitungen sollen bald fertiggestellt sein. |
| Schwalbach | Wechsel des Baupartners, Arbeiten starten bald | 8.000 | Unklar | Hausbegehungen werden neu durchgeführt. |
| Dillingen | Ausbau startet jetzt nach Verzögerungen | 3.400 | Unklar | Ausbau auf Teilgebiete beschränkt (z. B. Diefflen, Pachten). |
| Wallerfangen | Baustopp, Wiederaufnahme nach Winterpause möglich | 4.000 | Unklar | Mängel wie abgesackte Bürgersteige, derzeit Behebung der Probleme. |
| Nalbach | Baustopp seit Sommer 2023, Wiederaufnahme unklar | 4.100 | Unklar | Qualitätsmängel an Straßen und Leitungen, Mängel beseitigt. |
Hier gibt es Probleme mit dem Ausbau
| Gemeinde/Stadt | Probleme |
|---|---|
| Wallerfangen | Baustopp seit einem Jahr wegen Qualitätsmängeln (abgesackte Bürgersteige, beschädigte Brücken). |
| Nalbach | Baustopp seit Sommer 2023 wegen Schäden an Straßen und Gehwegen. Mängel beseitigt, Fortsetzung unklar. |
| Schmelz | Noch keine Aktivierungen möglich, da überregionale Leitung nach Lebach fertiggestellt werden muss. |
| Überherrn | Verzögerungen durch langsames Vorankommen der Baufirma. |
| Schwalbach | Wechsel des Baupartners, Fortschritte bisher kaum vorhanden. |
| Dillingen | Verzögerungen durch notwendige Wiederholung der Nachfragebündelung. |
CDU Gemeindeverbandsvorsitzender
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